„Copenhagenize it“ – Kopenhagen gilt europaweit als Vorbild, wenn es darum geht, eine Stadt fahrradfreundlich zu gestalten. Am ersten Tag des Krefelder Radschlags setzen wir uns mit Strategien und Beispielen auseinander, wie eine Stadt sich entwickeln muss, um sich das Prädikat „fahrradfreundlich“ zu verdienen. Und wir werden diskutieren, wo Krefeld im Vergleich mit anderen Städten steht. Drei Experten stellen uns ihre Sichten dazu vor.

Radverkehrsförderung in den Niederlanden – Beispiele für Beispielhaftes
Ulrich Kalle, ADFC Bonn
Die Niederlande gelten als das „Mutterland des Radfahrens“ – zurecht, denn während der Durchschnittsdeutsche pro Jahr 300 km radelt sind es bei unseren Nachbarn 1.100 km. Das hat viel mit der kulturellen Verankerung des Radfahrens in den Niederlanden zu tun. Ohne eine gute Radverkehrsinfrastruktur läuft aber auch dort nichts. Ulrich Kalle nimmt das Publikum mit auf eine reich bebilderte Tour quer durch den „Werkzeugkasten“ niederländischer Verkehrsplaner, die – im Gegensatz zu vielen ihrer deutschen Kollegen – Radverkehr immer mitdenken und auch zu Ende denken: Die deutschen Radlern nur allzu bekannte Frage „Was hat sich der Planer dabei gedacht; wie soll ich hier weiterfahren?“ kommt bei ihnen nicht vor; das Radverkehrsnetz ist immer zusammenhängend. Dabei bedienen sie sich unterschiedlichster Elemente: Bauliche Radwege in Dimensionierungen, von denen wir hier nur träumen können, mit sorgfältiger Führung und Sicherung an Kreuzungen. Radstreifen, die grundsätzlich so breit sind, dass Radler ebenso selbstverständlich zu zweit nebeneinander radeln können, wie Autofahrer und Beifahrer nebeneinander sitzen und Fahrradstraßen, die ihren Namen auch verdienen. Schwierige Querungen werden häufig durch Unterführungen ersetzt, die so gestaltet sind, dass es keine Angsträume sind und die Steigungen auch wenig geübte Radler nicht überfordern. Und an praktisch allen Bahnhöfen werden Radler mit Fahrradstationen empfangen, in denen sie ihr Fahrrad sicher parken können.


Stadtmarketing als Wegweiser für Fahrradmobilität
Ulrich Cloos, Stadtmarketing Krefeld, spricht mit Claudia Schmidt, einer Krefelder Achitektin in Amsterdam über Chancen und Möglichkeiten fahrradfreundlicher Städte aus Sicht von Stadtentwicklung und -planung.


Neue Fahrradmobilität – von Europa lernen
Meredith Glaser, Urban Cycling Institute/Universität Amsterdam